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Trettechnik


Den Begriff Trettechnik beim Radfahren verbindet man meistens mit den Begriffen "runder Tritt" und "Zugphase". Allgemein versteht man unter einer guten Trettechnik einen Bewegungsablauf, bei dem die durch die Beine entwickelte Kraft möglichst gut in Vorwärtsbewegung umgesetzt wird.

Aus physikalischen Gesichtspunkten sollte die Krafteinwirkung während der ganzen Kurbelumdrehung (bei jeder Winkelstellung) gleich sein. Jede Abweichung von dieser Gleichmäßigkeit führt zum Auftreten von Beschleunigung. Wechselnde Beschleunigung ist energetisch ungünstiger als eine gleichförmige Krafteinwirkung, da der Stoffwechsel stärker beansprucht wird.

Nicht nur die immer wieder auftretenden Beschleunigungen fordern den Stoffwechsel, sondern auch die Bremskräfte, die meistens in der Aufwärtsbewegung der Beine auftreten. Das ist leider auch häufig bei Sportlern der Fall, die denken, den runden Tritt zu beherrschen. Die "Zugphase" ist bei den meisten Sportlern (auch bei Spitzenathleten) meist eine Bremsphase. Das führt zu einer Mehrbelastung des Energiestoffwechsels. Bei mittleren Belastungen sind 10 bis 15% der aufgewendeten Stoffwechselenergie nötig, um diese Bremskräfte zu kompensieren.

Da Ausdauerwettbewerbe meist in diesem Intensitätsbereich ablaufen, führt das natürlich zu einer Verminderung der Dauerleistungsfähigkeit. Für den Ausdauersportler ist es daher wichtig, die Trettechnik bei mittleren Belastungen zu optimieren. Dabei gilt es vor allem die folgenden häufigen Fehler zu beseitigen:

1) passives Vorführen der Beine über den oberen Totpunkt

2) ruckartiges Beschleunigen in der Abwärtsbewegung

3) "Stehen" auf den Pedalen in der Aufwärtsbewegung.

Um diese Fehler zu beseitigen, ist es nicht unbedingt nötig, viele Kilometer zu "machen". Wichtiger ist es, bewußt zu fahren und auf die Krafteinwirkung zu achten. Wir haben sehr gute Techniken bei RTF lern mit nur 2 maligem Training pro Woche gemessen.

Fortschritte in der Trettechnik sind relativ schnell zu erreichen. Diese Umstellung wirkt sich aber nicht sofort in der Dauerleistungsfähigkeit aus, da die neu beanspruchte Muskulatur noch nicht so ausdauertrainiert ist. Positive Effekte sind erst nach Monaten zu spüren.

Die Qualität der Trettechnik ist meßbar. Man kann sie auf dem Fahrradergometer überprüfen, oder auch - mit neuen Meßgeräten - am eigenen Rad. Bei unseren Untersuchungen hat sich auch gezeigt, daß die Qualität der Trettechnik unabhängig von der Laktatkonzentration ist und auch von Ermüdung nur geringfügig beeinflußt wird.

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