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Der "Hungerast"

Fast jeder Radfahrer kennt ihn oder hat zumindest schon davon gehört: Man fährt sein Tempo, fühlt sich prima, denkt "So kann's weitergehen." .... und dann plötzlich nach vielleicht 100 oder 130 - bei anderen schon 70 km - ist er da: der Hungerast, das Loch - wie immer man es nennt. Nichts geht mehr wie vorher, man fühlt sich schlapp, muß das Tempo reduzieren, fängt an zu zittern, mancher muß absteigen.

Was ist passiert?

Die einfache Erklärung: Die Kohlenhydratreserven des Körpers sind aufgebraucht. Der wichtigste Stoff, der die Ausdauerleistung ermöglicht, ist aufgebraucht. Der Akku ist leer - und ganz ohne Kohlenhydrate kann auch kein Fett mehr "verbrannt" werden. Die Gründe können unterschiedlich sein: man ist die Strecke zu schnell angegangen, hat den Körper an den Tagen vor der großen Belastung nicht ausreichend mit Kohlenhydraten versorgt oder während der Fahrt zu wenig gegessen und/oder getrunken.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen der Medizinischen Hochschule Hannover (Abt. Sport u. Arbeitsphysiologie) und des MSG (Zentrum für Leistungsdiagnostik, Sportmedizin und Gesundheitsföderung) zeigen, daß der Glykogenumsatz (Verbrauch von Kohlenhydraten) des Körpers vom Wasserhaushalt und von der zugeführten Kaliummenge abhängig ist. Das bedeutet

1. Wer vor der langen Tour reichlich kaliumhaltige Nahrungsmittel wie Aprikosen - insbes. getrocknet -, Bananen, Weizenkeime, Kartoffeln, Bambussprossen, Blumenkohl, Erbsen, Mais, Bohnen, Spinat, Brokoli ißt, hält sein Tempo länger durch, als jemand der ausschließlich Kohlenhydrate aufgenommen hat (Nudeln, Reis, Haushaltszucker u. ä.)

2. Wer bei Belastung zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, baut seine Kohlenhydratreserven (Glykogendepots) schneller ab, als bei regelmäßiger Flüssigkeitsaufnahme.

Wie läßt sich der Hungerast vermeiden?

Vor der langen Radtour oder dem Rennen
sollte eine ausreichende Regenerations-/ Erholungsphase eingehalten werden (z.B. 2 Tage ohne Training) und dem Körper viele Kohlenhydrate zugeführt werden (Nudeln, Kartoffeln, Reis), zusätzlich aber auch die oben angeführten kaliumreichen Nahrungsmittel.

Während der Fahrt:
1. Das eigene Tempo fahren (auf die Herzfrequenz achten!) - egal wie schnell die Anderen losfahren - denn eine alte Radfahrerweisheit besagt: "Sekunden, die man am Anfang gewinnt, sind Minuten (evtl. Stunden), die man am Ende verliert".

2. Regelmäßig trinken!!

3. Kohlenhydrate zuführen durch Essen (z.B. Bananen) oder in flüssiger Form (z.B. Wasser mit Maltodextrin). Man sollte das bei Trainingsfahrten schon ausprobiert haben "trainieren", ob der Körper das verträgt.

Wenn man diese Punkte beachtet, dann kann's losgehen - ohne Hungerast - in einem durch.

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