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Stevens-Jeantex Trainingslager 2001


Deutschlands erfolgreichste Mountainbiker im Trainingslager

... leistungsdiagnostisch betreut vom MSG Hannover

Im März dieses Jahres holten sich die Mountainbiker vom Stevens Jeantex-Team ihren letzten Schliff für die Saison in einem zweiwöchigen Trainingslager im südspanischen Granada. Um eine optimale Saisonvorbereitung sicherzustellen, war neben dem Trainer auch Leistungsphysiologe Gerald Schneider vom MSG Hannover dabei - und kann von einem aus leistungsphysiologischer Sicht sehr erfolgreichen Trainingsaufenthalt berichten.

Charakteristisch für ein Trainingslager für Mountainbiker zu diesem Saisonzeitpunkt (Anfang März) ist, dass jetzt kein typisches Grundlagenausdauertrainingslager mehr durchgeführt werden kann, sondern dass die Inhalte der Wettkampfbelastung näher kommen müssen: Auf dem Programm stehen relative häufige, dafür intensive und kürzere Belastungen (zum Teil 2 Einheiten pro Tag, mit Frühsport evtl. sogar 3). Zum großen Teil wurden sie im Gelände durchgeführt. Die Sierra Nevada vor den Toren Granadas mit ihren giftigen Anstiegen bot dafür beste Voraussetzungen

Bei einem solchen Trainingslager ist die Gefahr der Überbelastung bis hin zum Übertraining natürlich groß. Insbesondere, wenn wie in diesem Fall die Trainingsgruppe nicht aus Fahrern eine Alters und Leistungsklasse zusammengesetzt ist: Das Team bestand aus 15 Mountainbikern, allerdings aufgeteilt in 4 sehr unterschiedlichen Leistungsklassen: Junioren, Frauen, U23, und Elite. Neben regelmäßigen Laktatmessungen wurden daher auch das Muskelenzym Creatinkinase und Harnstoff bestimmt. Die Firma Roche Diagnostics (ehemals Boehringer) stellte dafür eigens eines ihrer modernen Reflotron-Analysegeräte zur Verfügung.

1. Laktat
Die Blutlaktatkonzentrationen wurden nach verschiedenen intensiven Intervallbelastungen sowohl auf der Straße (z.B. 6 km - Bergintervalle) als auch im Gelände (z.B.: nach simulierten Startphasen von einer oder zwei Minuten oder nach wettkampfähnlichen Belastungen) bestimmt.
Die Laktatkonzentrationen erreichen am Ende der kurzen Intervalle zunächst sehr hohe Werte. Je nach Trainingszustand und damit Mobilisierungsfähigkeit der einzelnen Athleten stiegen die Werte über 2-3 Intervalle sogar noch an. Mit der Reduktion der Glykogenspeicher aber und der damit einhergehenden zunehmenden Ermüdung werden die Werte immer niedriger.

Daraus konnten verschiedene Rückschlüsse gezogen werden:

2. Harnstoff

Die Bestimmung der Harnstoffkonzentration gibt dem Leistungsphysiologen Aufschluss über mittel- und kurzfristig abgelaufene Trends in der Energiebereitstellung. So kann, vereinfacht gesagt, auf vermehrten Katabolismus und/oder falsche Ernährungsgewohnheiten rückgeschlossen werden. Eine "katabolen" Stoffwechsellage ist Folge eines Übertrainings. Der Körper greift zur Energiebereitstellung auf seine eigenen Eiweiße zurück - Muskelgewebe wird so nicht nur nicht aufgebaut, sondern sogar abgebaut und die Enzymsysteme können geschädigt werden.
Daher wurden regelmäßig die Harnstoffwerte der einzelnen Athleten bestimmt: jeweils am Morgen nach intensiven Trainingseinheiten (vor dem Frühstück) und - falls auffällige Werte ermittelt wurden - täglich bis zur ausreichenden Regeneration. Hierdurch war es möglich, den sehr unterschiedlichen Sportlern

3.Creatinkinase

Das Muskelenzym Creatinkinase ist ein sensibler Parameter, mit dem sich die Bealstungswirksamkeit bzw. Belastungsverträglichkeit von Trainingsmaßnahmen hinsichtlich der strukturellen Komponenten überprüfen läßt. Gerade bei harten Geländeeinheiten evtl. mit Laufpassagen ist dieser Wert unabhängig von der Energiebereitstellung sehr aussagekräftig.
Auch bei der strukturellen Belastung traten individuell sehr unterschiedliche Belastungsverträglichkeiten auf, so dass auch in diesem Bereich

Zusammenfassung

Durch die Bestimmung der Laktatkonzentration bei Belastung und der CK- und Harnstoffwerte im morgendlichen Nüchternblut ist es gelungen, dass alle Athleten noch einmal eine Belastungssteigerung erfahren konnten, ohne dass jemand nach Hause gefahren ist, der sich in eine Übertrainingsphase gefahren hat.
Neben den deutlichen Erfolgen im Bereich der Leistungssteigerung aber überschattete ein schwerer Unfall das Trainingslager. Auf einer steilen, unübersichtlichen Abfahrt stürzte der deutsche U23-Meister Timo Wölk am vorletzten Trainingtag schwer und brach sich zwei Halswirbel. Glücklicherweise ist er wieder auf dem Wege der Besserung. (Timo berichtet von seinem Unfall in den Stevens-Jeantex-News)

Auch vom MSG alles Gute für den weiteren Heilungsprozeß!

Alle Neuigkeiten rund um Deutschlands erfolgreichstes Mountain-Bike-Team finden Sie auf der Stevens-Jeantex-Homepage


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